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11.07.2014

"Das waren Meilensteine"

Abschluss der Gründerinnen-Werkstatt bei Frauen & Beruf – DIHK meldet sinkende Gründungszahlen – Wie Gründerinnen gemeinsam an Projekten arbeiten – Drei Frauen berichten von ihren Erfahrungen

Die Zahl der Gründungen in Deutschland sinkt. Das ist das Ergebnis des aktuellen Gründerreports des Deutsche Industrie- und Handelskammertags (DIHK). Frauen & Beruf in Münster setzt diesem Trend seit Jahren eine individuelle Begleitung für Gründerinnen entgegen. Besonders erfolgreich ist die  Gründerinnen-Werkstatt, die jetzt von elf Teilnehmerinnen abgeschlossen wurde.

Eine von ihnen ist Ina Fürstenau. Anfang Juni hat sie sich als Haushaltcoach und Mentorin für Menschen mit Messie-Syndrom selbstständig gemacht. „Die Gründerinnen-Werkstatt kam für mich genau zum richtigen Zeitpunkt“, sagt die Hauswirtschaftsmeisterin und systemische Familientherapeutin, die zunächst in Teilzeit in ihr Unternehmen startet. „Hier konnte aus meiner Idee, die ich schon lange hatte, eine Gründung werden.“ Als Haushaltscoach verbindet sie zukünftig ihre beiden Berufe.

Ideen die Zeit zu geben, die sie brauchen, das ist für Gerlinde Amsbeck von Frauen & Beruf ein Erfolgsfaktor der Gründerinnen-Werkstätten. Die Kombination von fachlichem Input und Austausch in der Gruppe habe sich bewährt. „Natürlich brauchen die Gründerinnen fundiertes Wissen über Kalkulation, Buchführung, Vertrieb und Marketing“, so Gerlinde Amsbeck. „Was uns außerdem wichtig ist: Alle Dozentinnen sind selbstständig und gute Vorbilder. Neben den fachlichen Fragen sind Themen wie Vereinbarkeit, Präsentation und die Sicherheit in der neuen Rolle wichtig.“

Wie hilfreich dabei vor allem der Austausch mit anderen Gründerinnen ist, das hat auch Simone Schulz erlebt. Die Diplom-Sozialpädagogin hat sich bereits Anfang des Jahres mit Wellness Massagen als „Esalen Massage Practitioner“ selbstständig gemacht. In der Gründerinnen-Werkstatt hat sie ihren Unternehmensauftritt und ihre Werbematerialien überarbeitet. „Das waren Meilensteine“, sagt sie im Rückblick. Die Selbstständigkeit ist für sie eine vielversprechende Alternative zur Festanstellung.

Nicht jede Teilnehmerin der Gründerinnen-Werkstatt verlässt diese als Unternehmerin. „Wenn Frauen im Verlauf der Werkstatt zum Schluss kommen, dass die Selbstständigkeit für sie nicht der richtige Weg ist oder die Idee noch nicht trägt, dann ist auch das ein gutes Ergebnis“, so die Berufsweg- und Unternehmensberaterin Astrid Hochbahn, die die Werkstatt als Dozentin begleitet hat.
„Mehr Klarheit und mehr Sicherheit“, das beschreiben alle Frauen als Ergebnis der gemeinsamen Arbeit. „Ich habe einen festeren Stand“, sagt Alexandra Loebe, „das bedeutet selbstständig.“ Die Heilpraktikerin, die als Coach, Sprecherin und Schauspielerin arbeitet, hat die Gründung noch nicht geplant. Ihr Laden für Sinnvolles und Sinnstiftendes, wo sich Café, Bühne, Coaching und vieles andere miteinander verbinden lassen, ist noch Zukunftsmusik. „Aber ich habe jetzt einen Werkzeugkasten, mit dem ich weiterarbeiten kann“, sagt sie über das, was sie aus dem Seminar mitgenommen hat. „Ich weiß, worauf ich zugreifen kann und wen ich wo um Rat fragen kann.“

Frauen & Beruf bietet auch im 2. Halbjahr 2014 wieder eine Gründerinnen-Werkstatt für Frauen an. Sie startet am 18. September und umfasst zehn Abendtermine. Noch sind Plätze frei und Anmeldungen möglich.