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22.03.2007
„Schadet die ‚Frauenschule’ den Jungen?“
Fortbildung für Lehrerinnen und Lehrer an weiterführenden Schulen – Was brauchen Lehrkräfte und Schulen für eine geschlechtergerechte Arbeit?
„Die Verlierer des Schulsystems sind die Jungen“, so lautet eine zurzeit häufig zitierte Beobachtung. Wo Jungen in den Schulen mehr Probleme haben und machen, dort scheint eine Ursache schnell gefunden zu sein: Ihnen fehlen die männlichen Vorbilder. Denn in Kindergärten und Schulen werden Kinder und Jugendliche überwiegend von Frauen betreut und unterrichtet.
„Schadet die ‚Frauenschule’ den Jungen?“ lautet demnach die provokante Frage einer Fortbildung für weiterführende Schulen. Eingeladen sind Lehrerinnen, Lehrer und pädagogische Fachkräfte, die an ihren Schulen geschlechtsspezifische Angebote und Projekte für die Förderung von Jungen und Mädchen entwickeln oder realisieren wollen. Die Wuppertaler Professorin Dr. Maria Anna Kreienbaum der Frage nachgehen, warum sich engagierte Lehrkräfte, die in Unterricht und Projekten geschlechtergerechte Perspektiven entwickeln, zunehmend auf verlorenem Posten erleben.
Denn die öffentliche Debatte zeigt: Machen Lehrerinnen Angebote zur Stärkung der Mädchen und ihrer beruflichen Perspektiven wie z.B. beim Girls’ Day, wird die Frage laut, warum sie die Jungen „vergessen“. Lehrer erleben sich mit ihrem Engagement für die Belange der Jungen häufig allein gelassen, denn Projekte, die Geschlechterrollen, berufliche Perspektiven und Lebensplanungen der Jugendlichen berücksichtigen, werden noch immer von Einzelnen getragen. Die Erwartung, entsprechende Angebote „für alle“ zu machen, stellt eine Überforderung dar. Und: Lehrkräfte erleben zunehmend, dass pädagogische Anstrengungen allein nicht ausreichen, um nachhaltige Veränderungen zu erreichen.
Wie können im Schulalltag Lösungen gefunden werden? Welche Unterstützung durch benötigen sie dabei durch Schulleitung oder Schulaufsicht? Diesen Fragen geht die Fortbildung im Rahmen des Arbeitskreises Lebensplanung AKL nach und sucht nach Antworten auf diese Fragen zu finden.
Der AKL – Arbeitskreis Lebensplanung ist ein offener Zusammenschluss von Lehrerinnen und Lehrern weiterführender Schulen in Münster bei Frauen & Beruf. Im kollegialen Austausch und über die Schulgrenzen hinweg ermöglicht dieses Forum Lehrerinnen und Lehrern ihre Kenntnisse über einen geschlechterbewussten Unterricht zu erweitern, Materialien zu erproben, die eigenen Rollenvorstellungen zu hinterfragen und von den Erfahrungen der Kolleginnen und Kollegen zu profitieren.
Die Fortbildung „Schadet die ‚Frauenschule’ den Jungen?“ findet statt am Mittwoch, den 28. März von 15 – 17 Uhr bei Frauen & Beruf, Warendorfer Str. 3, 48145 Münster.