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29.03.2007

Dienstmädchen, Perle oder Dienstleisterin – Neue Perspektiven für den Arbeitsmarkt: Haushaltsarbeit als Beruf

Vier Millionen Frauen arbeiten in Deutschland im Bereich der haushaltsnahen Dienste. Sie putzen, kochen, kaufen ein, sie betreuen Kinder oder Pflegebedürftige. Viele von ihnen tun das schlecht bezahlt, oftmals in Schwarzarbeit und sozial nicht abgesichert. Während Putzfrauen und Haushaltshilfen erleben, dass ihre Arbeit wenig anerkannt ist, sehen Fachleute längst einen wachsenden Markt für haushaltsnahe Dienstleistungen, der auf Dauer mit unprofessioneller Beschäftigung nicht zu bedienen sein wird.


„Bezahlte Haushaltsarbeit als Dienstmädchen, Perle oder Dienstleisterin“ heißt das Thema einer Vortragsveranstaltung am 5. April, die die aktuelle Situation und die Perspektiven der „Arbeitsbeziehungen im Privaten“ aufgreift und zu der die Regionalstellen Frauen & Beruf, das Frauenbüro Münster und die Stadt Greven einladen. Im Rahmen der Reihe „Hausarbeit als Beruf oder: Putzen kann jede(r)?“ am Flughafen Münster Osnabrück spricht die Bremer Wissenschaftlerin Dr. Barbara Thiessen über die zahlreichen gesellschaftlichen und individuellen Facetten der „Haushaltsarbeit“. An der anschließenden offenen Diskussion wird auch Elisabeth Faber von der Faber-Management in Gießen und der Bundesarbeitsgemeinschaft der Dienstleistungsunternehmen für Haushalt und Familie teilnehmen. 

Mit dem Fachvortrag von Barbara Thiessen, der offenen Diskussion und der gesamten Reihe „Haushaltsarbeit als Beruf“ wollen die Veranstalterinnen die unterbewertete Arbeit der Haushaltsarbeiterinnen sichtbar machen und zugleich die beruflichen Perspektiven für Frauen und die Potenziale für den Arbeitsmarkt aufzeigen.

„Wir wollen auch die Chancen aufzeigen, die im Gebäudereinigungshandwerk und in der Hauswirtschaft bestehen. Diese Berufe sind durchlässig, ganz im Gegenteil zu vielen anderen typischen Frauenberufen im Assistenzbereich“, beschreibt Brigitte Sträßer von der Regionalstelle Frauen & Beruf den Hintergrund der Veranstaltung. Haushalts- oder Reinigungsarbeit müsse keine Sackgasse sein, das zeige schon der Weg der beruflichen Qualifizierung. „In einer alternden Gesellschaft werden haushaltsnahe und Pflegedienstleistungen in Privathaushalten eine zunehmend große Rolle spielen. Auch das bedeutet, dass Professionalisierung in dieser Branche unvermeidbar ist.“

Auf die Fragen, welche steuerlichen, rechtlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen dazu beitragen können, die Haushaltsarbeit als qualifizierte und professionelle Tätigkeit aufzuwerten, kann auch das Publikum seine Antworten geben.

Vortrag und offene Diskussion beginnen am 5. April um 15 Uhr am Flughafen Münster-Osnabrück im Konferenzraum 1 und 2.