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11.08.2009

Abschied nehmen und ins Leben zurück finden

Trauerrednerin Lisa Schüßler-Meisen erhält für ihr Gründungskonzept den Unternehmerinnenbrief NRW

Nur wenige Tage bleiben zwischen Tod und Bestattung. Und doch müssen Angehörige in dieser kurzen Zeit eine Trauerfeier vorbereiten. Lisa Schüßler-Meisen begleitet Menschen in diesem Prozess. Die freiberufliche Trauerrednerin ist Gesprächspartnerin und Trauerbegleiterin, sie lässt sich aus dem Leben der Verstorbenen erzählen, sie unterstützt mit Ritualen, in der Auswahl der Musik, mit einer persönlichen Rede in der Trauerfeier und sie beerdigt auch.
Für ihre Gründungsidee und ihr Unternehmenskonzept wurde sie jetzt mit dem Unternehmerinnenbrief NRW ausgezeichnet. Für Lisa Schüßler-Meisen eine wichtige Bestätigung und Unterstützung. Denn die Freiberuflerin ist einen weiten beruflichen Weg gegangen.

Von der Verwaltung ins eigene Unternehmen
Viele Jahre arbeitete die heute 54-Jährige als Verwaltungsmitarbeiterin eines Erwachsenenbildungswerkes. Dabei hatte sie schon als Jugendliche ehrenamtlich im Krankenhaus gearbeitet und war dort immer wieder mit dem Sterben konfrontiert. Später arbeitete sie im Hospizdienst, bildete sich zur Trauerbegleiterin weiter, machte eine Ausbildung zur Notfallbegleiterin und Konfliktberaterin, bis sie 2005 – der Liebe wegen – nach Münster umzog. Mit dem Ortswechsel war auch der Raum da, beruflich neu anzufangen.
Lisa Schüßler-Meisen knüpfte Kontakte, ließ sich bei Frauen & Beruf im FrauenForum e.V. beraten und setzte ihren Wunsch, als Trauerrednerin selbstständig zu arbeiten, gut geplant in die Tat um. Der Unternehmerinnenbrief ist ein wichtiges Etappenziel. Vom FrauenForum e.V. in Münster landesweit koordiniert, unterstützt die Initiative des Frauenministeriums Gründerinnen und Unternehmerinnen mit fachlichem Rat und einem landesweiten Netzwerk. „Frau Schüßler-Meisen hat uns inhaltlich und unternehmerisch überzeugt“, sagte Brigitte Sträßer vom FrauenForum bei der Verleihung des U-Briefs. „Sie hat sich als einfühlsame Zuhörerin und qualifizierte Trauerbegleiterin präsentiert.“ Schon aus der Startphase der Selbstständigkeit habe sie zahlreiche eindrucksvolle Referenzen zeigen können.

Nischen brauchen Persönlichkeiten
Beauftragt wird die Rednerin in der Regel über die Bestatter, aber zunehmend auch von den Trauernden selbst. Und längst sind es nicht nur kirchenferne Menschen, die die Gestaltung der Feier gern in die Hände einer freiberuflichen Trauerrednerin legen. „In einer Nische wie dieser ist die Persönlichkeit der Gründerin ganz entscheidend“, sagt Michael Meese von der IHK und Mitglied im Expertenteam des Unternehmerinnenbriefs. „Selbstständig zu denken, heißt in Nischen zu denken. Das ist gerade in Zeiten wie diesen ein kluger Weg.“
Lisa Schüßler-Meisen spürt ihre besondere Fähigkeit, Menschen in der Trauer zu erreichen und ihnen Trost zu spenden. „Sie sind in diesen schweren Stunden nicht allein.“ Das ist eine Botschaft, die Lisa Schüßler-Meisen in ihrer Arbeit mit Trauernden wichtig ist. Mut machen und ehrlich sagen, dass der Weg schwer ist, sich aber verändern wird – das ist eines ihrer Anliegen. Ein weiteres, das Leben der oder des Verstorbenen in Worte zu fassen, es aufleuchten zu lassen, ohne Schweres oder Belastendes zu verklären.

Auszeichnung, Patenschaft und neue Termine
Mit dem Unternehmerinnenbrief NRW erhält Lisa Schüßler-Meisen übrigens nicht nur eine Auszeichnung und eine Urkunde. Ein Jahr lang wird sie jetzt von einer erfahrenen Unternehmerin im Rahmen einer Patenschaft begleitet.
Um den Unternehmerinnenbrief kann sich jede Gründerin und Unternehmerin bewerben. In Münster gibt es in diesem Jahr noch einmal die Möglichkeit, sich persönlich mit einem Unternehmenskonzept der 11-köpfigen Jury aus Kammern, Banken, Unternehmen und Beratungseinrichtungen zu präsentieren.
Bewerbungsschluss für die im November stattfindende Sitzung ist Mitte Oktober. Alle Informationen und Unterlagen zur Bewerbung gibt es unter: http://www.unternehmerinnenbrief.de/