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Auf Frauen bauen
Ingenieurinnen für Führungsaufgaben und Nachfolge gewinnen. Betriebe und Ingenieurbüros bei der Entwicklung der Potenziale der weiblichen Beschäftigten unterstützen.
Das sind die Ziele des Projektes „Auf Frauen bauen", das das FrauenForum gemeinsam mit dem VFFE e.V. (Verein zur Förderung der Frauenerwerbstätigkeit im Kreis Warendorf) und in Kooperation mit der Ingenieurkammer Bau NRW umsetzt. Das Projekt wird bis 2013 gefördert im Rahmen der Bundesinitiative für Frauen in der Wirtschaft „Gleichstellen".
Sie bauen auf Frauen: (v.l.) Bauingenieurin Christine Warnke (Ingenieurbüro Thomas & Bökamp), Uta Armbrust, Gerlinde Amsbeck (beide FrauenForum e.V.), Dr. Heinrich Bökamp (IK Bau NRW), Marithres van Bürk-Opahle (VFFE e.V.)
Der Hintergrund des Projektes: Fachkräftemangel und weibliche Karrieren
Der Nachwuchs- und Fachkräftemangel in den Ingenieurberufen ist in vielen Betrieben längst spürbar. Sie können offene Stellen nicht besetzen, zudem bangen gerade kleine Büros um eine qualifizierte Nachfolgeregelung.
Die Ingenieurkammer Bau NRW vermutet gerade unter den weiblichen Beschäftigten ein enormes Potenzial für Führungsaufgaben und potenzielle Nachfolgen. Denn die Zahl der Absolventinnen im Bauingenieurwesen liegt inzwischen bei 30 Prozent, der Frauenanteil bei den Bauingenieuren stagniert jedoch seit fast 10 Jahren bei ca. 15 Prozent. "Viele Büros verlieren die weiblichen Mitarbeiterinnen nach der Elternzeit und erleben, dass viele qualifizierte Ingenieurinnen keine Ambitionen zeigen, in Führungspositionen aufzusteigen oder eine Unternehmensnachfolge anzustreben", so die Beobachtung von IK Bau-Präsident Dr. Heinrich Bökamp.
Die Maßnahmen: Individuelle Unterstützung
Mit dem Projekt „Auf Frauen bauen“ können jetzt 50 Unternehmen der Bau- und Vermessungsbranche (mit bis zu 50 Beschäftigten) in NRW gezielt die Potenziale ihrer weiblichen Beschäftigten aktivieren und nutzen.
30 Ingenieurinnen können an dem Projekt teilnehmen und an ihren beruflichen Zielen arbeiten.
Die Angebote für Inhaber und Personalverantwortliche: Workshops, individuelle Beratungen und Analysen zur Entwicklung passgenauer Instrumente, um Ingenieurinnen zu gewinnen und zu halten.
Die Angebote für die Ingenieurinnen: Coaching- und Netzwerkangebote, individuelle Beratungen zur Karriereplanung und Vereinbarkeit.
Die Perspektiven: Betriebe und Frauen gewinnen
"Wir freuen uns, dass wir in diesem Projekt unsere langjährigen Erfahrungen in der Begleitung von Frauen in beruflichen Veränderungsprozessen, von Berufsrückkehrerinnen und Gründerinnen für eine technischen Branche bündeln können", so Gerlinde Amsbeck vom FrauenForum. "Mit der Ingenieurkammer NRW haben wir einen Partner gefunden, der die Situation der Branche und der Büros sehr genau kennt."
In dieser Zuspitzung liegt zugleich eine große Chance für den Erfolg der Maßnahmen. "Die Herausforderung des Projekts liegt in der Arbeit mit beiden Zielgruppen - den Betrieben und den Frauen", so Uta Armbrust, die das Projekt ebenfalls für das FrauenForum begleitet. „Die Unternehmen gewinnen im Wettbewerb um Fachkräfte, wenn ihre Betriebskultur für Frauen offen ist. Die Frauen profitieren von dieser Offenheit. Im Projekt gewinnen sie zugleich Vorbilder, Kontakte und ganz konkrete Strategien für ihre Karriere.“
Ab April 2012 starten die ersten Angebote. Interessierte Betriebe und Ingenieurinnen können sich bereits jetzt um eine Teilnahme am Projekt "Auf Frauen bauen" bewerben.




